Am 30. August bedankten wir uns bei Pfarrer Hans

Verabschiedung Pfarrer Hans WurzerBeim Gottesdienst um 10:00 Uhr am Hauptplatz verabschiedeten wir unseren Pfarrer.

Viele, sehr viele Pfarrangehörige sowie Vertreter der div. Vereine und Institutionen und eine Abordnung der Gemeinde nahmen am Abschiedsgottesdienst, der Covid bedingt am Hauptplatz statt fand, teil. Pfarrer Hans Wurzer war 16 Jahre Pfarrer in Ybbs und Säusenstein und wechselte mit 01. September 2020 in die Pfarre Opponitz.

Wir haben hier (wegen der technischen Probleme der Lautsprecheranlage) die Abschiedsrede von PAss Mag. Andreas Schachenhofer für die Pfarre Ybbs sowie die Rede des Hrn. Bürgermeisters Alois Schroll zum Nachlesen.
Alle Fotos des Abschiedsgottesdienstes finden Sie in unserer Bildergalerie. Fotos in Originalqualität können Sie über die Pfarrkanzlei anfordern.

Abschiedsrede der Pfarre Ybbs von PAss Mag. Andreas Schachenhofer

Lieber Hans! Liebe Vertreter des öffentlichen Lebens!
Liebe Mitfeiernde! Liebe Gäste!

Wir erleben gerade eine turbulente Zeit. Seit uns bekannt geworden ist, dass du, unser Pfarrer, uns verlassen wirst, haben sich Trauer, Bestürzung und Enttäuschung Bahn gebrochen.
Wir bedauern die Entscheidung von dir, Hans, die Pfarre zu wechseln, sehr!
Gerne hätten wir mit dir auch die Zukunft gestaltet.
Wir – und ich denke, ich spreche im Namen vieler pfarrlicher Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bedauern aber auch, dass es oft nicht gelungen ist, unserem pfarrlichen Miteinander
eine liebevolle und respektvolle Prägung im Sinne Jesu zu geben.
Hoffentlich finden viele den Mut und die Ausdauer, zu einem Neuanfang in unserer Pfarre
und zu einer „Klima-Erwärmung“ in unserer Pfarrgemeinschaft beizutragen.

Lieber Hans!
Für die Zeit, in der du als Priester und Freund unsere Pfarre begleitet hast,
möchte ich als Symbol ein Stoff-Tuch nehmen.
Einerseits, weil ein Kasten im Pfarrhof voll mit deinen Tüchern für diverse pfarrliche Treffen als Hilfsmittel bereitgestanden ist –
andererseits, weil ein handgemachtes buntes Tuch viele Farben hat, viele Eigenheiten
betreffend Dicke und Unregelmäßigkeiten im Fadenverlauf hat und dadurch sehr einzigartig ist
– Es hat wie du sehr, sehr viele, einmalige Facetten!

Zuerst einmal kennen dich die Meisten als einen, der wirklich gerne und engagiert Gottesdienste in den verschiedensten Ausprägungen feiert: Seien es Taufen, Trauungen, Begräbnisse, Segnungen, Feiern des Kirchenjahres, Feldmessen, Almmessen und Bergmessen.
Mitfeiernde sind von deiner Offenheit und von deinen frei formulierten Gebeten und auswendig vorgetragenen Bibeltexten sehr berührt.
Für manche war auch die Faschingsnacht recht kurz, weil sie die gereimte Mundartmesse am Faschingsonntag nicht versäumen wollten.

Neben der Leitung von Gottesdiensten haben dich viele als sorgsamen Seelsorger kennengelernt – in den Vorbereitungsgesprächen auf die Sakramente, in Beichtgesprächen, bei Besinnungs- und Einkehrnachmittagen und bei unzähligen persönlichen Gesprächen.

Wenn man Menschen, die dich kennen, fragt, was dich auszeichnet, kommt sehr spontan
das „DU“ – die unkomplizierte Begegnung auf Augenhöhe. Deine ruhige und entspannte Art
hat viele Berührungsängste abgebaut. (oder erst gar nicht aufkommen lassen)
Viele haben dich als Kumpel und Freund zu schätzen gelernt, der gerne über seinen Glauben
in missionarischer Weise redet und diskutiert.

Über die pfarrlichen und diözesanen Grenzen hinaus bist du besonders auch wegen deiner Leidenschaft für den Sport – vor allem für Fußball bekannt geworden. Als Leiter des Priester-Nationalteams (mit deiner übergroßen Flügelspannweite als Tormann) hast du mit deinem Team schon bei vielen Benefizspielen Bedürftigen Menschen geholfen.

Wer einkaufen geht in junge oder umgebaute Ybbser Betriebe oder wer sein Haus von dir segnen hat lassen, kennt dein unverkennbares Hobby: die Arbeit mit Holz – durch die Kreuze, die du bei diesen Anlässen verschenkt hast. Auch die Krippe für den Kirchenplatz, die verschiedenen kreativen Advent- und Weihnachtsaktionen für die Kinder, die Kreuze für Ministranten und Erstkommunionkinder – sie werden immer wieder an dich erinnern.

Weitere Facetten an Dir – jetzt ohne Kommentar aufgezählt – sind: Religionslehrer, Teich-Betreuer, Steinheber, Geschichten-Erzähler vor allem bei Ministrantenlagern, Feuerwehrkurat,
Mitglied bei diversen Vereinen.
Manche verbinden mit dir deinen Thunfisch-Aufstrich, manche dein scharfes Chili con Carne.

Wie die unterschiedlichen Fäden bei einem bunten Tuch haben dich die einen Facetten mehr beschäftigt und andere weniger.
Wir möchten Dir als Danke-schön für die letzten 16 Jahre ein ganz besonderes „Tuch“ schenken.
Im Pfarrgemeinderat waren wir uns sehr schnell einig: wir möchten dir ein Tuch in Form einer neuen weißen Albe schenken, damit du, wenn du dieses Priestergewand bei einem Gottesdienst trägst, auch hoffentlich gerne an unsere Pfarre denkst.
Da die Gottesdienste deine große Leidenschaft sind, hoffen wir, dass wir dir mit unserem Geschenk eine große Freude bereiten können.

Lieber Hans!
Herzlichen Dank für deine Buntheit
Herzlichen Dank für dein Mitgehen
Vergelt`s Gott für die gemeinsame Zeit!
Wir wünschen Dir für deine Zukunft Gottes reichsten Segen!
Danke.

Ybbs, am 30. August 2020
Andreas Schachenhofer
Pastoralassistent


Abschiedsrede von Bürgermeister Alois Schroll

Geschätzter Hr. Stadtpfarrer, Lieber Hans!
Liebe Kolleginnen und Kollegen der Stadt- und Gemeinderäte!
Geschätzte Frau Vizebürgermeisterin Uli Schachner!
Liebe Gemeinde!

"Kommen und Gehen" bestimmen unser Leben.
Dir, lieber Hans, dem Vertreter der christlichen Gemeinde danke ich als Vertreter der weltlichen Pfarrgemeinde für 16 gemeinsame Jahre.

Ich gestehe, ich habe mit vielem gerechnet, aber die Ereignisse der letzten 3 Wochen haben sich doch auch für mich überraschend überschlagen. Mit so einer Wende/Entwicklung habe ich absolut nicht gerechnet. Als Privatmann und als Bürgermeister waren mir Meinungsverschiedenheiten bekannt und nicht nur einmal sind wir beide zusammengesessen und diese Themen diskutiert und besprochen. Ich dachte immer, wir beide könnten einmal gemeinsam hier in Ybbs in Pension gehen.

Du bist Teil der Geschichte und Entwicklung in unserer Donaustadt und für viele Menschen bist Du in jeglichen Lebenslagen ein prägender Anker. Ich habe viele Gespräche geführt und viele haben Bedenken geäußert, wer in Deine übergroßen - im wahrsten Sinne des Wortes - Fußstapfen treten kann.

Aber wie ich Dich kenne und einschätze, wünscht Du Dir sicherlich nichts mehr, als dass wir deinem Nachfolger mit Offenheit und Respekt entgegentreten und empfangen. Wir werden Deinem Wunsch entsprechen und ich werde mich - in der Hoffnung auf regen Beistand - dafür einsetzen.
Du gehst nach Opponitz - das liegt 63,7 km von Ybbs entfernt - oder sollte ich lieber sagen, 58 Minuten mit dem Auto in der Nähe unserer Stadt - Einem Wiedersehen wird somit nichts im Wege stehen!

Lieber Hans, liebe Pfarrgemeinschaft!

Die Kirche und die Politik, sie gehen ja nicht immer konform, aber dennoch haben sie auch manches gemein.

Nicht von ungefähr hat es sich im Sprachgebrauch erhalten, sowohl die kirchlichen Gemeinschaften als auch die Kommunen als "Gemeinden" zu bezeichnen.

Die "Gemeinde der Gläubigen" und die "Gemeinde der Staatenbürger" - ihr gemeinsamer Nenner ist das Wohl der Mitmenschen! Was alles zu diesem Wohl gehört, wird etwas unterschiedlicher gesehen, aber es gibt auch eine ganze Reihe von Übereinstimmungen.
Und deshalb kommt den kirchlichen Aktivitäten in allen Kommunen eine große Bedeutung zu. Die sozialen Stellungnahmen zu aktuellen Fragen nehmen Einfluss auf Entscheidungen.
In vielen Bereichen arbeiten Kirchen und Kommunen zusammen. Mit Dir, lieber Hans, habe ich gerne zusammen gearbeitet und Du hast mit deinem Wirken auch die Stadt mit Leben erfüllt.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, lieber Hans.

Ein Pfarrer muss sich heute auf vielen Ebenen bewegen. Bei der Fülle seiner Aufgaben wird auch eine Reihe von Fähigkeiten von ihm erwartet. Neben der Seelsoge sind das Qualitäten als Manager, Kommunikator und gar Werbeträger in Bezug auf Kirche und Religion. Es wird allgegenwärtiger Beistand, theologisches Wissen, Rat und Trost- spenden, Schlichten und Mobilisieren, Beantwortung von Existenzfragen, Organisation von Festen und Feiern, Gewissenhaftigkeit, Glaubwürdigkeit und Präsenz in allen Lebenslagen von ihm gefordert.
Dazu gehören die schönen Momente, wenn sich alles gut fügt; dazu gehören aber auch die schwierigen Situationen, wenn Sorgen und Nöte, wenn Trauer und Verzweiflung das Leben bestimmen. Tag und Nacht wird all das und noch so vieles mehr von einem Pfarrer erwartet.
Die Erwartungen sind gar so hoch, dass ich mir die Frage stelle: Was wird Euch Pfarrern seitens der Kirche, der Diözese oder der Pfarrgemeinde eigentlich aufgebürdet? Erwartet da die christliche Gemeinde nicht übermenschliches von den Pfarrern?


"Erfülle nicht die Erwartungen anderer, überrasche sie mit eigenen Ideen", so sagte einmal der Gründer von Microsoft Bill Gates.

Ein Pfarrer - mit eigenen Ideen, mit Herz und all seinem Plus & Minus - ebenso wie auch jeder Gläubiger in unserer Stadt Ybbs, genau das ist Hans und genau das habe ich Diözesanbischof Dr. Alois Schwarz in einem Telefongespräch verdeutlicht. Leider ist der Bischof meiner schriftlichen Einladung, welche ich ihm vergangene Woche für diesen heutigen Verabschiedungsgottesdienst überbringen lies, nicht gefolgt.

Lieber Hans, liebe Gemeinde - nur wer zu viel erwartet, wird enttäuscht. Das Gros der Menschen dieser Gemeinde ist enttäuscht, traurig, gar wütend, dass Du gehst. Das sind alles weltliche Emotionen - so wie das Gefühl der "Erwartung". Wir alle können Dir nur versprechen, unsere Erwartungen an einen Pfarrer zu überdenken und neu zu denken. Genauso wie wieder Ruhe, Besonnenheit, aber auch Verständnis für deine Entscheidung in der Pfarrgemeinde einkehren wird.

"Kommen und Gehen" bestimmen unser Leben. Auch wir müssen und sollen uns fair und offen dem gegenüber verhalten, was unser Herr Stadtpfarrer Hans mit Bischof Schwarz vereinbart und fixiert hat.

In diesem Sinne lieber Hans - wünsche ich Dir für Deinen weiteren Weg im Namen der Stadtgemeinde Ybbs, aller Ybbser Vereine, Institutionen, Blaulichtorganistationen, Schulen sowie im Namen aller Ybbserinnen und Ybbsern mit den Worten des HL. Augustinus folgendes:

"Vertraue die Vergangenheit Gottes Gnade,
die Gegenwart seiner Liebe
und die Zukunft seiner Fürsorge an"

Viel Erfolg und Gottes Segen.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Ybbs an der Donau, du bist immer herzlich Willkommen!

Ybbs, am 30. August 2020
Bürgermeister Alois Schroll


 

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