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Geschichtlicher Überblick:

Die Ersten Ursprünge der Stadt:

Burgus  
"Burgus"
 
Dreikaiserstein  
Dreikaiserstein
 
Barbarakapelle  
Barbarakapelle
 

Die etwa einen Kilometer oberhalb der Ybbsmündung am rechten Donauufer gelegene Stadt Ybbs blickt auf eine lange Vergangenheit zurück. Neben ur- und frühgeschichtlichen Funden aus der Umgebung ist hier auch römische Siedlungstätigkeit seit Kaiser Vespasian (69 - 79 n. Chr.) nachweisbar.

Der hochgelegene Kirchen- und ehemalige Burgbereich nimmt eine beherrschende Stellung an der Donau ein. Wie aus der Inschrift des verloren gegangenen „Dreikaisersteines" hervorgeht, wurde im Jahre 370 n. Chr. hier in „Adiuvense" zur Sicherung des Donaulimes ein Befestigungsturm („burgus") erbaut. Ein dazugehöriges Lager und eine Zivilsiedlung sind im Bereich der oberen Stadt zu vermuten.

Die günstige Lage an der Donau und zuführende Handelsstraßen bewirkten schon sehr früh die Entstehung eines Umschlagplatzes an der Donau im Schutze einer karolingischen Burgsiedlung mit dem Namen „Eparesburg", wie sie in der Raffelstettener Zollordnung um das Jahr 905 erwähnt wird. Nach der Schlacht auf dem Lechfeld am Laurentiustag (10. August) 955 wurde diese Burg erweitert und mit einer Kapelle zu Ehren des heiligen Laurentius versehen.

Später erschien sie als Michaelskapelle, im Volksmund auch Barbarakapelle genannt. Diese wurde wahrscheinlich durch einen der großen Stadtbrände (1716 und 1868) zerstört und dient heute als Wohnhaus (Kirchenplatz 6).
Rund um die „Eparesburg" – im Bereich des heutigen Kirchenplatzes – formte sich allmählich aus einem (wahrscheinlich slawischen) Haufendorf eine planmäßige Stadtanlage, die im 14. Jahrhundert befestigt wurde. Um die Stadt errichtete man einen Graben und eine Ringmauer. Am heutigen Linzertor wurde die landesfürstliche Burg gebaut. So konnte sich die Pfarrkirche neben der Barbarakapelle im alten – nun aufgelassenen – Burgbereich direkt an der Donau ausdehnen.

 

Die Entwicklung der Stadt:


Das Marktrecht und verschiedene andere Privilegien (Stapel- und Uferrecht, Urfar), der Sitz einer kaiserlichen Maut und die Mündung der alten Handelsstraße aus den Eisenwurzen bewirkten ab dem 13./14. Jahrhundert einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Ybbs wurde in der Folge ein bedeutender Umschlagplatz für Tuch, Eisenwaren, Salz und Wein. Der Beiname „Burg" (von Eparesburg, später Ypsburg) verschwand nach 1234 aus dem Ortsnamen. Seit 1239 wurde der Ort nur mehr Yps (später Ybbs) genannt.

Durch die frühe Parteinahme auf Seiten der Habsburger erreichte die Stadt viele Rechte und Vergünstigungen. Die Verleihung des Landgerichtes durch Friedrich III. im Jahre 1317 bildete auch die Grundlage zum Stadtrecht. Die politisch unruhigen Zeiten seit dem Beginn der Neuzeit brachten auch für unsere Stadt schwere wirtschaftliche Rückschläge.

Ungarneinfälle, Türkennot – „Renner und Brenner" – konnten erfolgreich abgewehrt werden. Anders war es mit der Belagerung durch die aufständischen Bauern im Jahre 1597. Die Stadt ergab sich und büßte dafür – einige Jahrzehnte lang – die landesfürstlichen Privilegien ein. Das konnte sie nur schwer verkraften. Die allgemeine Notzeit des Dreißigjährigen Krieges brachte Verwüstungen und einen starken wirtschaftlichen Abbau.

1800 besetzten französische Truppen die Stadt – in weiterer Folge auch 1806 und 1809. Um die allgemeinen Kriegsauslagen dieser Zeit zu finanzieren, forderte man von Kirche und Klerus Beiträge ein. 1806 wurde eine Repunzierung, die Aufnahme und Feststellung des Feingehaltes aller Gold- und Silbergeräte in den Kirchen, angeordnet und vollzogen. Die Ablieferung erfolgte 1809. Es bestand aber die Möglichkeit, die Kirchengeräte gegen den entsprechenden Geldwert freizukaufen, wovon vielfach Gebrauch gemacht wurde.

Die Entwicklung der Pfarre


Das Gebiet der heutigen Pfarre Ybbs lag ursprünglich im Bereich der Urpfarre Petzenkirchen, aus der St. Martin am Ybbsfeld als eigene Pfarre ausgeschieden wurde.

Diese Pfarr - Rechte wurden um 1200 nach Ybbs übertragen. Als eigene landesfürstliche Pfarre wird Ybbs erstmalig im Lonsdorfer Kodex um 1250 erwähnt.

In der Zeit der Reformation wurde die Stadt auch von den Lehren Martin Luthers erfasst. Die Pfarrer während der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts vertraten die evangelische Lehre, deren Verkündigung jedoch im Zuge der Gegenreformation verboten wurde.

Ein weiteres geistliches Zentrum in Stadtnähe war das von Adelheid Gottschalk 1291 gegründete Zisterzienserinnenkloster zum Heiligen Geist in der Vorstadt Piesenegg. 1631 hat man das zu dieser Zeit leer stehende Gebäude in ein Franziskanerkloster umgewandelt, das aber 1784 den Klosteraufhebungen Kaiser Josefs II. zum Opfer fiel. Heute befindet sich an der Stelle dieses Klosters das Therapiezentrum der Stadtgemeinde Wien.

Hochwasser- und Brandkatastrophen


Die Stadt wurde wiederholt von schweren Bränden und Hochwasserkatastrophen heimgesucht. Nur sieben Häuser überstanden zum Beispiel die Brandkatastrophe vom 17. Juni 1716, der 53 Häuser zum Opfer fielen. Bei einem weiteren Großbrand am 16. Juni 1868 wurde wiederum die ganze Stadt vernichtet.

Schwere Hochwasserkatastrophen gab es in den Jahren 1488 und 1501. Im Jahr 1501 war überhaupt die größte (registrierte) Überschwemmung der Stadt und ihrer Umgebung. Das Wasser reichte in der unteren Stadt bis zu den Dächern, und die Wellen schlugen fast bis an die Mauern der Pfarrkirche. Weitere Hochwässer sind dokumentiert: 1602, 1787, 1862, 1883, 1890, 1892, 1897, 1899, 1920, 1954, 1975, 1991, 2002 und 2013.

Die Entwicklung in den letzten beiden Jahrhunderten


Die Lage der Stadt abseits vom Verkehrsstrom der Westbahn hatte für ihre wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung starke negative Folgen. Daran konnte auch der Bau einer Kleinbahnverbindung (Straßenbahn) vom Hauptplatz zum Bahnhof in Kemmelbach nichts ändern.

Die Zeit der beiden Weltkriege und die Zwischenkriegszeit war für weite Kreise der Bevölkerung von Not und Armut geprägt. Die Kirche bemühte sich nach Kräften, Abhilfe zu schaffen. Nicht zuletzt die Demontage der Kirchenglocken schmerzte tief. Alle noch so einschneidende Maßnahmen nach 1938 konnten aber das religiöse Leben nicht wirklich unterbinden.

Nach dem 2. Weltkrieg war die Kirche eine wichtige Zuflucht in Not und Entbehrung. Die politische Stabilisierung, zu der auch die Kirche verantwortungsbewusst beigetragen hatte, führte zu einem allgemeinen Wohlstand bis heute. Auch die Stadt Ybbs hat sich in dieser Zeit wirtschaftlich und baulich – insbesondere jedoch als Schulstadt – gut entwickelt.

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