Kapelle Maria Steinbründl

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1. Geschichte

Eberhard III. von Wallsee, damals Landeshauptmann von OÖ stiftete 1334 das Zisterzienserstift Säusenstein. Im Schatten dieses Stifts stand die Nikolaus- bzw. Laurentiuskapelle „auf dem Berg“, die 1379 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Dann folgte so gut wie keine weitere urkundliche Nennung bis 1747. In diesem Jahr tobte ein schweres Unwetter über dem „Vallis Dei“, dem Gottestal, wie dieser Abschnitt des Donautals genannt wurde. Die verfallene Laurentiuskapelle drohte einzustürzen; das Stift soll 13-mal vom Blitz getroffen worden sein. Abt und Konvent gelobten, eine neue Kirche auf dem Berg zu erbauen, wenn das Unwetter heil überstanden wird. So wurde nach diesem Ereignis mit dem Bau begonnen. Der Baufortschritt ging nur sehr schleppend voran und dauerte an die 30 Jahre. Unter Joseph II. wurde die Kirche 1787 exsekriert und am 18. Oktober 1801, als die Stiftskirche im Ort durch das Verschulden französischer Söldner abbrannte, zur Pfarrkirche erhoben und neu eingeweiht.


2. Innenraum

Über der zentralen Pforte der Westfassade ist eine Steintafel mit der sinngemäßen Übersetzung: „Auf dem Fundament des Monasteriums des Heiligen Laurentius erbaut und geweiht der Heiligen Dreifaltigkeit und den Heiligen Donatus, Johannes und Paulus in der Mitte des 18. Jhdts“. Im Inneren folgt nach der Vorhalle das Langhaus mit zwei flachen Seitenkapellen und einem stark eingezogenen, fast quadratischem Chorraum. Der wunderschöne spätbarocke Innenraum in hellem Resedagrün präsentiert sich als geschlossenes Gesamtkunstwerk, in das sich die in Pastellfarben gehaltenen Fresken der Flachkuppeln harmonisch einfügen.

Das Ölbild des linken Seitenaltars stellt die Anbetung der Heiligen Eucharistie durch die Heiligen des Zisterzienserordens dar und ist flankiert von den Statuen der Heiligen Rosina und der Heiligen Theresa. Beim rechten Seitenaltar ist auf dem Gemälde die Auferstehung Christi zu sehen und seitlich die Statuen des Heiligen Florian und des Heiligen Leopold. Über dem Marienaltar mit der Statue „Maria und Kind“ hängt das spätbarocke Ölgemälde „Mariä Vermählung“. Gegenüber erblickt man die Statue des Heiligen Johannes des Täufers. Die reich verzierte Kanzel aus der Spätrenaissance um 1620 stand früher im Refektorium des ehemaligen Stiftes Säusenstein. Die Rokokostatue des Heiligen Johannes von Nepomuk befindet sich gegenüber der Kanzel. Das älteste Kunstwerk ist ein figuraler Grabstein der Wallseer aus dem Jahre 1351 und ist Richtung Seitenausgang zu sehen.

Das Altargemälde im Presbyterium zeigt die „Glorifizierung des Heiligen Donatus“ und stammt von Paul Troger aus dem Jahre 1746. Seitlich sind die überlebensgroßen Figuren der Wetterheiligen Johannes und Paulus zu sehen. Die freistehende Mensa mit Tabernakel zeigt zwei Anbetungsengel, welche die spätbarocke Kopie des Sonntagberger  Gnadenbildes „Heilige Dreifaltigkeit“ tragen. Daher wird die Pfarrkirche Säusenstein auch „Kleinsonntagberg“ genannt.

Die Architekturmalerei schuf Paul Krinner, die Stuckausstattung stammt von Wilhelm Kirschner und Andreas Stolz (um 1770). Die Fresken stammen von Johann Wenzel Bergl, dem bedeutendsten Schüler von Paul Troger. Bergl war der Lieblingsmaler von Kaiserin Maria Theresia, für die er Wandgemälde in ihren privaten Gemächern in der Hofburg schuf. Sein Hauptwerk ist die Marmorhalle im Stift Melk. Das Fresko im vordersten Gewölbe zeigt das Martyrium des Heiligen Donatus. Die Mittelkuppel im Langhaus zeigt Szenen aus der Offenbarung des Johannes und gibt einen Einblick in den Himmel. Man sieht den Thron und Gott, der auf dem Thron sitzt und das Lamm. Umringt wird die zentrale Figur des Gottvaters von den vier Lebewesen, sieben brennenden Lampen, einem Puttenkranz, den 24 Ältesten und einer großen Schar von Engeln. Die vier Segmente der Hilfskuppel sind von den drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe - zweimal dargestellt, als irdische Liebe und himmlische Liebe) besetzt. Die beiden Wetterheiligen Johannes und Paulus sind auf dem Fresko des hinteren Gewölbes zu sehen. Johann Wenzel Bergl verewigte sich neben diesem Fresko mit „pinxit 1767“.

Die Thematik „Gewitter, Blitz und Donner“ prägt die Fresken und das Hochaltarbild. Der Heilige Donatus von Münstereifel war ein beliebter Wetterheiliger der Barockzeit, ebenso wie die Brüder Johannes und Paulus (Hofbeamte die, der Legenda Aurea nach, 364 das Martyrium erlitten).


3. Orgel

Die zweimanualige Orgel wurde 1809 von Peter Hölzel aus Garsten erbaut und hat heute 18 Register. Sie ist eine typische Vertreterin des Übergangsstils vom Spätbarock zum Klassizismus. 1935 wurde die Orgel gründlich renoviert, 1955/56 wieder restauriert und um 2 Pedalregister erweitert. Eine Generalsanierung der Orgel ist evident, scheiterte aber bisher leider an den enormen Kosten.


4. Glocken

Zwei von drei Glocken der Pfarrkirche mussten während beider Weltkriege für die Waffenproduktion abgeliefert werden und wurden danach wieder ersetzt.  Die letzten beiden Glocken wurden am 24. April 1977 feierlich eingeweiht. Seit diesem Zeitpunkt befinden sich Im Glockenstuhl der Pfarrkirche Säusenstein vier Bronzeglocken mit 760 kg, 290 kg, 210 kg und 120 kg.

Die Pfarre Säusenstein wird gemeinsam mit der Pfarre Ybbs von Pfarrer Dr. Gerhard Reitzinger geleitet. Nähere Informationen zu den Pfarren und dem Seelsorgeteam finden Sie unter www.pfarre-ybbs.at

 

Herausgeber: Pfarre Säusenstein, Erscheinungsort: Säusenstein; Für den Inhalt verantwortlich: Jutta Zalud, 3374 Säusenstein; Layout: Regina König; Bildnachweis: Fotos zur Verfügung gestellt; Druck: Pfarre Säusenstein; Offenlegung lt. § 25 MG: Kommunikationsorgan der r.k. Pfarre Säusenstein. Die Pfarre Säusenstein ist Alleininhaberin des Kirchenfü