2. Innenraum
Über der zentralen Pforte der Westfassade ist eine Steintafel mit der sinngemäßen Übersetzung: „Auf dem Fundament des Monasteriums des Heiligen Laurentius erbaut und geweiht der Heiligen Dreifaltigkeit und den Heiligen Donatus, Johannes und Paulus in der Mitte des 18. Jhdts“. Im Inneren folgt nach der Vorhalle das Langhaus mit zwei flachen Seitenkapellen und einem stark eingezogenen, fast quadratischem Chorraum. Der wunderschöne spätbarocke Innenraum in hellem Resedagrün präsentiert sich als geschlossenes Gesamtkunstwerk, in das sich die in Pastellfarben gehaltenen Fresken der Flachkuppeln harmonisch einfügen.
Das Ölbild des linken Seitenaltars stellt die Anbetung der Heiligen Eucharistie durch die Heiligen des Zisterzienserordens dar und ist flankiert von den Statuen der Heiligen Rosina und der Heiligen Theresa. Beim rechten Seitenaltar ist auf dem Gemälde die Auferstehung Christi zu sehen und seitlich die Statuen des Heiligen Florian und des Heiligen Leopold. Über dem Marienaltar mit der Statue „Maria und Kind“ hängt das spätbarocke Ölgemälde „Mariä Vermählung“. Gegenüber erblickt man die Statue des Heiligen Johannes des Täufers. Die reich verzierte Kanzel aus der Spätrenaissance um 1620 stand früher im Refektorium des ehemaligen Stiftes Säusenstein. Die Rokokostatue des Heiligen Johannes von Nepomuk befindet sich gegenüber der Kanzel. Das älteste Kunstwerk ist ein figuraler Grabstein der Wallseer aus dem Jahre 1351 und ist Richtung Seitenausgang zu sehen.
Das Altargemälde im Presbyterium zeigt die „Glorifizierung des Heiligen Donatus“ und stammt von Paul Troger aus dem Jahre 1746. Seitlich sind die überlebensgroßen Figuren der Wetterheiligen Johannes und Paulus zu sehen. Die freistehende Mensa mit Tabernakel zeigt zwei Anbetungsengel, welche die spätbarocke Kopie des Sonntagberger Gnadenbildes „Heilige Dreifaltigkeit“ tragen. Daher wird die Pfarrkirche Säusenstein auch „Kleinsonntagberg“ genannt.
Die Architekturmalerei schuf Paul Krinner, die Stuckausstattung stammt von Wilhelm Kirschner und Andreas Stolz (um 1770). Die Fresken stammen von Johann Wenzel Bergl, dem bedeutendsten Schüler von Paul Troger. Bergl war der Lieblingsmaler von Kaiserin Maria Theresia, für die er Wandgemälde in ihren privaten Gemächern in der Hofburg schuf. Sein Hauptwerk ist die Marmorhalle im Stift Melk. Das Fresko im vordersten Gewölbe zeigt das Martyrium des Heiligen Donatus. Die Mittelkuppel im Langhaus zeigt Szenen aus der Offenbarung des Johannes und gibt einen Einblick in den Himmel. Man sieht den Thron und Gott, der auf dem Thron sitzt und das Lamm. Umringt wird die zentrale Figur des Gottvaters von den vier Lebewesen, sieben brennenden Lampen, einem Puttenkranz, den 24 Ältesten und einer großen Schar von Engeln. Die vier Segmente der Hilfskuppel sind von den drei göttlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe - zweimal dargestellt, als irdische Liebe und himmlische Liebe) besetzt. Die beiden Wetterheiligen Johannes und Paulus sind auf dem Fresko des hinteren Gewölbes zu sehen. Johann Wenzel Bergl verewigte sich neben diesem Fresko mit „pinxit 1767“.
Die Thematik „Gewitter, Blitz und Donner“ prägt die Fresken und das Hochaltarbild. Der Heilige Donatus von Münstereifel war ein beliebter Wetterheiliger der Barockzeit, ebenso wie die Brüder Johannes und Paulus (Hofbeamte die, der Legenda Aurea nach, 364 das Martyrium erlitten).
Die Innenrenovierung fand 2023 statt.